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cima-Quartiersmanagerin Solveig Lüthje über Innenstadtumbau, Baustellenkommunikation und das cima.praxisforum online am 22. Juli
Frau Lüthje, warum ist die Umsetzung von Innenstadtkonzepten für Kommunen oft die eigentliche Bewährungsprobe?
Ein gutes Konzept ist wichtig. Aber es reicht nicht. Entscheidend ist, ob Zeit, Zuständigkeiten, Fachwissen, Erfahrung und ein verbindlicher Prozess dahinterstehen. In der Umsetzung treffen viele Realitäten aufeinander: Abstimmungen zwischen Akteuren, begrenzte Ressourcen und Erwartungen der Öffentlichkeit. Aus einem Papier muss ein gesteuertes Projekt werden. Mit klaren Prioritäten, transparenter Kommunikation und der Fähigkeit, auf Situationen vor Ort zu reagieren.
Sie stellen im Praxisforum Bad Endorf vor. Was zeigt dieses Beispiel?
Vor einer Baustelle herrscht oft Unsicherheit. Was passiert? Wie lange dauert es? Was bedeutet das für meinen Alltag? Baustellenkommunikation schafft Orientierung. Ortskernmanagement sorgt für Austausch mit Anliegenden, Gewerbe, Bürgerschaft und Verwaltung. Wichtig ist Beteiligung als kontinuierlicher Dialog, nicht als Einzeltermin. Wenn früh informiert wird, Anliegen ernst genommen werden und feste Ansprechpartner*innen da sind, entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die Grundlage für Akzeptanz.
Was können kleine, mittlere und große Städte voneinander lernen?
Die Grundprinzipien sind ähnlich. Die Unterschiede liegen im Detail. Bad Endorf zeigt die Stärke kurzer Wege. Freising macht deutlich, wie wichtig klare Prozesse und Verantwortlichkeiten sind. Karlsruhe bringt Erfahrungen aus komplexen Umbauprozessen im laufenden Betrieb ein. Entscheidend sind drei Dinge: verbindliche Umsetzung, kontinuierliche Kommunikation und der Umgang mit Dynamik. Innenstadtumbau ist kein statisches Projekt. Er verlangt Steuerung, Anpassung und vor allem Anpacken. Erfolg entsteht nicht im Konzept, sondern im Alltag der Umsetzung.
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